Tattoo verpfuscht – was tun?
Das Tattoo ist ein ganz persönlicher Körperschmuck. Einmal in die Haut gestochen, bleibt die Tätowierung ein Leben lang sichtbar. Solange der Tätowierer gute Arbeit geleistet hat. Leider ist das nicht immer der Fall und nicht selten kommt es vor, dass die Tätowierung am Ende nicht so aussieht, wie man sich es erhofft hat oder dass der Tätowierer oder die Tätowiererin das Tattoo verpfuscht. Was viele Tätowierte nicht wissen: Wurde das Tattoo verpfuscht, kann der Tätowierer zur Nachbesserung aufgefordert werden. Unter Umständen stehen auch Schadensersatz und Schmerzensgeld zu.
An uns wandte sich eine junge Frau, die vor wenigen Wochen im Tattoo Studio Eisenhüttenstadt Erfahrung der negativen Art machen musste. Sie hatte sich eine der schönsten Tattoo Ideen gestochen lassen: ein Hunde Foto Tattoo. Das frisch gestochene Tattoo stimmt mit der Motivvorlage kaum überein, die Schrift vom tätowierten Namen ist kaum lesbar, die Tattoofarbe ist verlaufen, die tätowierte Stelle am Arm vernarbt. Anstatt eine Tattoo Studio Empfehlung aussprechen zu können, steht nun die Frage im Raum, ob sie den Tätowierer verklagen kann.
Die Redaktion von BloggAzin.de hat recherchiert und Informationen zusammengetragen. Zwar stellt dieser Artikel keine Rechtsberatung dar. Aber für den Fall, dass Sie mit der Qualität Ihres Tattoos unzufrieden sind, enthält unser Ratgeber eine Zusammenfassung allgemein zugängliche Informationen darüber, welche Möglichkeiten Sie bei der Reklamation Ihres verpfuschten Tattoos haben.
Woran erkennt man ein verpfuschtes Tattoo?
Für die Auswahl des falschen Motivs kann man den Tätowierer natürlich nicht verantwortlich machen. Wer sich tätowieren lassen will, ist gut beraten, sich gründlich zu überlegen, welches Tattoo auf der Haut landen soll und ob das gewünschte Motiv dauerhaft gefällt. Wer sich in Schnapslaune irgendeinen Blödsinn tätowieren lässt, muss die Konsequenzen tragen und mit dem falsch ausgesuchten Motiv leben. Eine andere Sache ist es aber, wenn der Tätowierer das Tattoo verpfuscht.
Anzeichen für Tattoo Pfusch
Weicht das Motiv deutlich von der Vorlage ab, ist ein Schriftzug ungleichmäßig, hat der Tätowierer einen Rechtschreibfehler auf der Haut verewigt, die falschen Nadeln zum Tätowieren verwendet oder mit den Nadeln zu tief in die Haut gestochen, so dass ein Blowout entsteht, geht die Rechtsprechung davon aus, dass das Tattoo verpfuscht wurde. Ebenfalls kann eine Vernarbung darauf hindeuten, dass der Inker zu tief gestochen hat, dabei die Dermis verletzt wurde oder zum Tätowieren stumpfe Nadeln verwendet wurden.
Was ist ein Blowout und wie kommt es zum Tattoo Blowout?
Im Fachjargon wird das Verlaufen der Tattoofarbe unter der Haut als Blowout bezeichnet. Zum Verlaufen der Tattoofarbe kommt es, wenn beim Tätowieren falsche Nadeln verwendet oder zu tief in die Haut gestochen wurde. Der Blowout kann bereits während dem Stechen des Tattoos sichtbar werden oder sich erst nach Wochen zeigen. Auch durch das Stechen im falschen Einstechwinkel kann Blowout passieren.
Tattoo vernarbt – hat das Tattoostudio gepfuscht?
Damit es nach dem Tätowieren nicht zu Komplikationen kommt, ist eine gewissenhafte Tattoopflege wichtig. Hierzu gibt das Tattoostudio eine Empfehlung zur Pflege des Tattoos und kann ein geeignetes Pflegeprodukt empfehlen. Wird die Pflegeempfehlung nicht beachtet oder an der Wunde gekratzt, ist man selbst für Komplikationen verantwortlich. Wurde jedoch das Tattoo verpfuscht, sieht das in der Regel anders aus, als eine Tattoovernarbung durch fehlende Pflege oder Kratzen.
Tattoo verpfuscht: Junge Frau aus Eisenhüttenstadt klagt an
Eine 20-Jährige aus Eisenhüttenstadt träumte von ihrem ersten Tattoo und vereinbarte im Tattoostudio Eisenhüttenstadt den Termin zum Tätowieren. Das Motiv: Ein Pfotenabdruck ihres Hundes mit dem Schriftzug des Namens vom geliebten Vierbeiner. Na, können Sie den Namen des Hundes lesen oder müssen Sie insbesondere den letzten Buchstaben erraten? Dann geht es Ihnen so wie uns.
Ohne zunächst das Motiv überhaupt erkennen zu können, teilte uns die junge Frau aus Eisenhüttenstadt mit, dass es sich um einen Pfotenabdruck des Hundes handele und darunter der Schriftzug den Namen des Vierbeiners darstellen soll.
Das Redaktionsteam von BloggAzin.de musste zweimal, nein dreimal hinschauen und dann fragen:
„Wie heißt dein Hund?“ – „Linus!“ – „Linux?“ – „Nein, LinuS!“ – „Ups, was ist denn mit dem ’s‘ passiert?“ – „Das weiß ich auch nicht!“ – „Soll das so sein?“ – „Nein!“
Tattoo weicht deutlich von der Vorlage ab
Wir baten die Frau, uns doch mal die Vorlage zu zeigen, nach welcher der Tätowierer in Eisenhüttenstadt den Schriftzug im Tattoo stechen sollte.
Legt man den freigestellten Schriftzug auf die Tätowierung, wird die Qualität der Arbeit vom Tätowierer in Eisenhüttenstadt noch deutlicher. Ob dieser von der Hummel gestochen wurde oder was da sonst beim Tätowieren schief gelaufen ist, lässt sich von uns nicht beurteilen.
Jedoch haben wir Fotos des Tattoos sowie den original Schriftzug der als Vorlage galt, Tätowierern außerhalb von Eisenhüttenstadt vorgelegt. Die Meinungen dazu waren eindeutig.
Das ist ein Blowout. (…) Es wurde zu tief gemacht. (…) In diesem Fall wurden Blutgefäße mit Tinte gefüllt. (…) Das wird so bleiben.
Tattoo sieht anders als aus die Vorlage
Nicht nur der Schriftzug sieht anders aus als die Vorlage, dem dem Tätowierer in Eisenhüttenstadt zum Stechen vorgegeben wurde, sondern auch das Motiv der Hundepfote, die vom Hund der jungen Frau mit einem Stempelkissen abgenommen wurde. Auch hier haben wir wieder Vorlage und Tattoo-Ergebnis übereinandergelegt:
Das Urheberrecht für das Tattoo-Motiv liegt im Übrigen bei Hund Linus, Hundebesitzerin und Stempelkissen. Selbstredend war seitens der Kundin vom Tattoostudio in Eisenhüttenstadt nicht beauftragt, dass der Tätowierer nach obenhin das Tattoo-Motiv breiter und höher in die Haut seiner Kundin sticht.
Blaue Flecken vom Tätowieren oder Blowout?
Doch nicht nur die mangelnde Erkennbarkeit des Motivs sowie der unleserlichen Schrift im Tattoo warf Fragen auf. Rund um die Tätowierung ist die Haut blau verfärbt. Bereits unmittelbar nach dem Tätowieren war die Haut blau verfärbt, so dass die Frau einen Tag nach der Tattoo-Session bei ihrem Tätowierer in Eisenhüttenstadt nachfragte, warum rund um das Tattoo die Haut blau ist.
Dieser tat die Verfärbung der Haut nach dem Tätowieren als „blauen Fleck“ ab, der aber weggehen würde. Prinzipiell sind blaue Flecken nach dem Tätowieren möglich. Jedoch verfärben sich Hämatome innerhalb von 6 bis 8 Tage grünlich, ab dem 8. Tag gelblich und lösen sich nach ein paar weiteren Tagen vollständig auf.
Inzwischen ist knapp ein Monat vergangen. Der „blaue Fleck“ verhält sich nicht wie ein blauer Fleck, der seine Farbe verliert. Sondern hier verteilt sich Tattoofarbe unter der Haut – ein deutliches Indiz dafür, dass der Tätowierer einen Fehler gemacht hat, wodurch es zum sogenannten Blowout kam.
Wird misslungenes Tattoo in Eisenhüttenstadt zum Rechtsstreit?
Der Tätowierer in Eisenhüttenstadt unterlässt keinen Versuch, um sich rauszureden. Auf die Forderung, die Kosten für die misslungene Tätowierung zurückzuerstatten und die Kosten für ein Cover Tattoo zu übernehmen, wies er ab. Stattdessen kontert er, er würde dies „üblicherweise kostenlos“ korrigieren (Anmerkung der Redaktion: sehr großzügig) und gipfelte dann in der Unterstellung, dass dies die Kundin aber nicht wolle und:
Du versuchst lediglich ein kostenloses Tattoo zu erpressen.
Darüber hinaus hat er die negative Google Bewertung für das Tattoostudio in Eisenhüttenstadt als Grund herangezogen, jegliches Einlenken seinerseits zu rechtfertigen. Im Zweifelsfall wird ein Gericht sowie ein Sachverständiger sich damit beschäftigen müssen, ob in Eisenhüttenstadt der Tätowierer den Vertrag erfüllt, handwerkliches Können unter Beweis gestellt oder gepfuscht hat.
Tätowierer Eisenhüttenstadt Erfahrung – fragwürdig
Inwieweit der Tätowierer in Eisenhüttenstadt überhaupt Ahnung von seinem Beruf hat, darf in Frage gestellt werden. So hält er fest, dass die unzufriedene Kunden immer wieder von Covern spricht, aber dies sage ihm „eindeutig„, dass die Kundin „mit dem Motiv nicht einverstanden“ sei.
Was bedeutet es, ein Tattoo Covern zu lassen?
Um eine verpfuschte Tätowierung loszuwerden, kommen zwei Methoden in Betracht: Tattoo weglasern lassen oder Tattoo covern lassen. Beim Tattoo Cover Up kann das Motiv überstochen werden.
Der jungen Kundin aus dem Tattoostudio in Eisenhüttenstadt geht es jedoch nicht, das Motiv durch ein Cover gegen ein anderes zu ersetzen, sondern darum, den Blowout zu covern, damit dieser nicht mehr zu sehen ist.
Tattoo weglasern lassen: Teuer, schmerzhaft & mäßiges Ergebnis
Die Tattoo Laserentfernung ist ein schmerzhaftes, wie auch teures Prozedere. Zwar lässt sich dadurch eine hässliche Tätowierung entfernen. Doch es bleiben sichtbare Narben im tätowierten Bereich zurück.
Tattoo verpfuscht: Blowout covern lassen
Hier gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder wird mit „Hautfarbe“ der Bereich des Blowouts gecovert, um so die durchschimmernde Tattoofarbe zu neutralisieren. Oder das Motiv wird durch Tätowieren des betroffenen Bereichs vergrößert, um den Blowout zu kaschieren.
Nicht immer ist die Neutralisierung mit Hautfarbe möglich und ohnehin ein zufriedenstellendes Ergebnis fraglich. Menschen, die zu gut bräunender Haut neigen, hätten dann im Sommer statt einem dunklen Blowout eine helle Stelle.
Insofern kann theoretisch das vom Blowout betroffene Hautareal farbig tätowiert werden, damit das eigentliche Motiv erhalten, aber der umliegende Bereich mit dem ungewollten Farbverlauf optisch „gerettet“ werden kann.
Tattoo verpfuscht & nachgebessert oder entfernt – nur eine Notlösung!
Aus Sicht des Tattooträgers bleibt jede Überarbeitung einer verpfuschten Tätowierung immer eine Notlösung, aber selten lässt sich im Nachhinein der Schaden vollständig beheben. Zudem ist ein Tattoo Cover Up nicht das Motiv, dass sich der Träger oder die Trägerin gewünscht hat. Dass hieraus Ersatzansprüche erwachsen, dürfte mehr als klar sein.
Was tun, wenn der Tätowierer das Tattoo verpfuscht hat?
Anders als beim Kauf physischer Produkte ist eine Tätowierung natürlich nicht umtauschbar. Allerdings können Kundinnen und Kunden gegenüber dem Tattoostudio durchaus einen Rechtsanspruch auf Nachbesserung, Schadenersatz und Schmerzensgeld haben, wenn dem Tätowierer grobe Fehler nachgewiesen werden können.
Reklamation, sobald Tattoo-Pfusch sichtbar wird
Generell gilt es, erst einmal Ruhe bewahren und Geduld haben. Immerhin handelt es sich bei einer Tätowierung um eine Verletzung von Haut und Gewebe. Das Tattoo muss abheilen, bevor das vollständige Ergebnis sichtbar, somit bewertbar wird. Allerdings ist es ratsam, bei den ersten Anzeichen eines verpfuschten Tattoos sofort mit dem Tattoostudio Kontakt aufzunehmen.
Besteht der Verdacht, dass beim Tätowieren etwas schief gelaufen und das Tattoo verpfuscht sein könnte, sollten Sie für eine gute Dokumentation sorgen, indem Sie die Tätowierung oft fotografieren, den Heilungsprozess schriftlich dokumentieren und mit dem Tattoostudio in Kontakt treten. Nehmen Sie mit dem Studio am besten freundlich, vor allem schriftlich Kontakt auf, damit Sie im Falle eines Rechtsstreits Nachweise erbringen können.
Kann ich das Tattoostudio wegen Körperverletzung verklagen?
Ja! Aber nur, wenn tatsächlich das Tattoo verpfuscht wurde. Zunächst einmal sei gesagt, dass die Kundin oder der Kunde gegenüber dem Tattoostudio eine Einwilligung in die Körperverletzung erteilt hat. Somit handelt der Tätowierer gemäß Strafgesetzbuch § 228 StGB Einwilligung nicht rechtswidrig, nur, weil er ein Tattoo gestochen hat.
Strafgesetzbuch (StGB) § 228 Einwilligung
Wer eine Körperverletzung mit Einwilligung der verletzten Person vornimmt, handelt nur dann rechtswidrig, wenn die Tat trotz der Einwilligung gegen die guten Sitten verstößt.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__228.html
Das Tattoo stechen lassen stellt also nicht per se eine strafbewährte Körperverletzung dar. Weicht jedoch die Tätowierung vom vereinbarten Motiv ab oder erfüllt die Tätowierung nicht die Qualität, die man von einem professionell gestochenen Tattoo erwarten darf, kann sich daraus ein Anspruch auf Schadenersatz, Schmerzensgeld sowie zur Rückerstattung der Kosten für das Tattoo sowie für Rechtsanwaltskosten und Verfahrenskosten begründen.
So hat beispielsweise das Amtsgericht München am 13.04.2017 unter dem Aktenzeichen Az.: 132 C 17280/16 geurteilt.
Tattoo verpfuscht: AG München verurteilt Tätowiererin
Das AG München bestätigte die Klage der Klägerin, die aufgrund mangelhafter Tätowierung den Rechtsweg beschritt. Nach Auffassung der Klägerin sei das streitgegenständliche Tattoo in mehrfacher Hinsicht fehlerhaft. Es kam zu einem Nachstechen, welches nicht von Erfolg gekrönt war.
Tattoo Schriftzug verwackelt, verwaschen, unleserlich & unproportional
Streitgegenständlich war ein Schriftzug, der verwaschen und unleserlich sei. Die Buchstaben seien nicht in einheitlicher Größe gestochen. Bemängelt wurden auch Abstände zwischen Wörtern und Zeilen, die mangelhafte Linienführung sowie ausfransende Ränder und Blowout. Seitens der Klägerin wurde auch Täuschung durch die Beklagte vorgeworfen. Diese habe mitteilt, sie verfüge über mehrjährige Tätowiererfahrung, was nicht zuträfe.
Tätowiererin weist Klägerin Schuld zu
Die Beklagte widersprach der Klageführerin und behauptete, keine handwerklichen Fehler gemacht zu haben. Vielmehr sei nach Auffassung der Beklagten mangelhafte Tattoopflege seitens der Klägerin für das schlechte Ergebnis verantwortlich.
Tätowierung verpfuscht – Gericht beauftragt Gutachten
Das Amtsgericht München beauftragte ein Sachverständigengutachten und kam zu einer eindeutigen Einschätzung, verurteilte in der Folge die Tätowiererin. Zudem sah das AG München eine Verletzung der Pflichten aus dem streitgegenständlichen Werksvertrag verletzt.
Das Gericht sah den konkreten Erfolg seitens der Tätowiererin für die zu erbringende Leistung nicht erfüllt. Nach Auffassung des Gerichts wurde die körperliche Unversehrtheit durch die mangelhafte Tätowierung als verletzt und somit der Tatbestand der Körperverletzung als erfüllt an.
Verurteilt wurde die Tätowiererin wie folgt:
- Rückerstattung der Kosten für Tattoo und Nachbesserung.
- Zahlung von 1.000 Euro Schmerzensgeld (nach § 287, ZPO), zuzüglich Zinsen in Höhen von 5 Prozent.
- Übernahme sämtlicher materiellen und immateriellen Schäden, die durch mangelhafte Tätowierung entstanden sind und noch entstehen werden.
- Kostenübernahme des Rechtsstreits, Zahlung von 414,64 Euro für entstandene Rechtsanwaltskosten.
Schmerzensgeldanspruch für Tattoo Entfernung durch Laser
Die Klägerin behielt sich vor, das verpfuschte Tattoo durch eine Laserbehandlung entfernen zu lassen. Für eine etwaige Entfernung des verpfuschten Tattoos ist mit Kosten von mindestens 3.570 Euro zu rechnen.
Auch für die Entfernung sieht das AG München die verurteilte Tätowieren in der Pflicht, hierfür die Kosten zu tragen und zusätzliches Schmerzensgeld an die Klägerin in Höhen von 500 Euro zu zahlen.
Ebenso hält das Gericht offen, dass die Beklagte zum derzeitigen Zeitpunkt noch nicht absehbare Folgeschäden begleichen muss.
Das Urteil können Sie hier im Volltext downloaden:
https://files.vogel.de/infodienste/smfiledata/1/1/5/1/3/5/197793.pdf
In seinem Urteil führt das AG München weiter aus, dass zwar derjenige, der sich tätowieren lässt, in die Körperverletzung einwilligt, aber den Rechtsanspruch auf eine “mangelfreie Körperverletzung” hat. Das Amtsgericht verweist auf einen Beschluss des LG Kassel vom 13. Mai 2009, AZ 1 S 23/09.
Gutachter bestätigt: Tattoo verpfuscht
Der vom AG München beauftragte Sachverständige stellte u.a. fest, dass die Schrift unaufgeräumt wirke, die Buchstaben proportionale Ungleichmäßigkeiten aufwiesen, ein Zeilenabstand nicht eingehalten worden sei, die Buchstaben nicht auf einer gedachten Gerade innerhalb einer Zeile gestochen wurden.
Handwerkliche Mängel beim Tätowieren lösen Schadensersatz aus
Handwerkliche wie auch gestalterische Mängel seien unübersehbar. Dieser monierte unterschiedlich breite Striche, verwackelte Linien, ungenügende und ungleichmäßige Abstände zwischen den Buchstaben. Die Schrift der Tätowierung ist unerleserlich und verwaschen, so der Sachverständige.
Nach Auffassung des Gutachters ließen sich die Mängel nicht auf mangelhafte Tattoopflege der Klägerin zurückführen.
Handwerkliche Fehler beim Tätowieren: Anspruch auf Rücktritt
Die Rückerstattung der Tattoo Kosten sowie den Auslagen für die Nachbesserung begründet das Gericht damit, dass die Klägerin aufgrund der Mangelleistung einen Anspruch auf Rücktritt hat. Insofern ist die Tätowiererin in der Pflicht, die Tattoo Kosten zurückzuerstatten.
Tattoo verpfuscht – keine Pflicht auf Nachbesserung
Zu einer Nachbesserung war die Kundin der Tätowiererin durch diese nicht verpflichtet. Es sei der Kundin nicht zumutbar, sich noch einmal dem schmerzhaften Prozedere des Tätowierens auszusetzen. Erst recht nicht durch den Tätowierer, der das Tattoo verpfuscht hat.
Hierzu hatte bereits das OLG Hamm unter dem Aktenzeichen NJW-RR 2014, 717 und 718 geurteilt mit Verweis auf das erschütterte Vertrauen durch Mangelhaftigkeit.
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